Die Karpaten

Ein Königreich der Artenvielfalt ganz im Herzen Europas

Die ukrainischen Waldkarpaten sind eine sanfthügelige Landschaft, geodätischen Mittelpunkt Europas. / Foto: Wikipedia
Die ukrainischen Waldkarpaten sind eine sanfthügelige Landschaft, geodätischen Mittelpunkt Europas. / Foto: Wikipedia

Die Karpaten erstrecken sich eigentlich über 7 Länder, wenn der östlichste Zipfel Österreichs noch dazugezählt wird sind es gar acht. Der Gebirgszug erstreckt sich 1500km lang über Tschechischen Republik, über Polen, die Slowakei, die Ukraine, Ungarn, Rumänien bis zur Spitze von Serbien. Sie sind eine Bastion der letzten großen Wildnisgebiete Europas, von den großen Beutegreifern mit etwa zwei Drittel der europäischen Populationen von Wolf, Bär und Luchs, und riesige Flächen an naturnahen, alten Wäldern.

 

Sie nehmen ein Fläche von 209.256 km² ein – die 5-fache Fläche der Schweiz und größer als die Alpen – und sind Lebensraum für etwa 18 Millionen Menschen.

Das Gebiet hat etwa die doppelte Menge an Niederschlag wie die umgebenden Regionen. Diese Regenfälle versorgen die Flüsse der Region und somit auch die Donau und die Vistula, welche wiederum das Schwarze und das Baltische Meer speisen. Mehr als 80 % der rumänischen Wasserversorgung (ohne Donau) und 40 % der Ukraine kommt aus den Karpaten.

 

Die Karpaten sind die größte Region in Europa mit lebensfähigen Populationen von Europas größten Säugetieren. Braunbären, Luchse und Wölfe leben in der gesamten Region, genauso wie gefährdete Vogelarten wie der Kaiseradler, der Habichtskauz oder der Wachtelkönig. In einem Kontinent, wo 40% der Säugetiere vom Aussterben bedroht sind, stellen die Karpaten ein Refugium da, von wo aus sich die Tiere wieder ausbreiten können.

 

In Europa sind etwa 56 % der Waldfläche verloren und nur rund 2% intakte Urwälder bzw. naturnahe Wälder sind unter Schutz gestellt. Gleichzeitig sind in den Karpaten noch die größten naturnahen Buchwaldflächen und Buchen-, Tannen-, Fichten-Wälder und auch die größten Urwaldflächen zu finden. Gemeinsam mit extensiv bewirtschafteten Wiesen und Grünlandflächen bietet die Region ein Mosaik an Biodiversitäts-Hotspots, das in Europa unübertrefflich ist.

 

Über ein Drittel aller Gefäßpflanzen Europas kommen in den Karpaten vor – das heißt, dass hier 3.988 Pflanzenarten wachsen, wobei 481 davon endemisch sind und nur hier vorkommen. Die Berge formen eine natürliche Brücke zwischen den nördlichen Wäldern Europas und jenen im Süden und Westen. Dadurch ermöglichen sie eine Ausbreitung der Tiere und Pflanzen quer durch Europa. (aus: https://www.wwf.at/de/karpaten/)


Umschreitung der Kleinen Karpaten in Österreich

Am 21. April 2018:
Von Berg bei Wolfsthal auf die Königswarte, weiter nach Edelstal und schließlich über den Hundsheimer Berg (485m) nach Bad Deutsch-Altenburg. Ca 20km, 5,5 Stunden Gehzeit, 400 Höhenmeter.

Im Osten Niederösterreichs südlich der Donau liegen, etwa 50 km von Wien entfernt, die Hundsheimer Berge. Ihre höchste Erhebung ist mit 485 m der Hundsheimer Berg. Naturkundlich Bekannt ist dieser Bergrücken wegen seiner seltenen Pflanzen- und Tierarten.

Seit etwa 100 Jahren besuchen BotanikerInnen vor allem den Hundsheimer Berg, um hier vegetationskundliche Studien zu betreiben. In den 50er Jahren begannen die Arbeiten zur Erfassung der mehr als 1000 Schmetterlingsarten. Höhlenforscher und Paläontologen interessieren sich für die vom Aussterben bedrohten Fledermausarten und die Fossilfunde aus dem Eiszeitalter. Die wissenschaftliche Bedeutung der Hundsheimer Berge wird verständlich, wenn man bedenkt, dass auch heute noch gänzlich neue Pflanzen- (Pilze und Flechten) und Tierarten (Insekten) hier entdeckt werden.

1965 wurde der Hundsheimer Berg zum Naturschutzgebiet erklärt. 1989 nahm der Europarat das Gebiet in das Netzwerk biogenetischer Reservate auf, um den besonderen Wert und die Schutzwürdigkeit des Gebietes zum Ausdruck zu bringen.

Als nach Auflassen der alten Weideflächen nach 1960 die bunten Wiesen „zuzuwachsen“ drohten, wurden Pflegemaßnahmen immer dringender nötig. Seit etlichen Jahren steht daher eine Schafherde im Dienste des Naturschutzes und der Biotoppflege. Die Tiere weiden auf den ehemaligen Hutweiden, setzen eine uralte Tradition der Landschaftsgestaltung fort und sichern so den Fortbestand eines einzigartigen Lebensraumes.