Reisefeuilleton

Reportagen, Bildergalerien und Hintergrundinformationen zu interessanten Reisezielen


Reiseletter vom 3. Februar 2019

Daheim bleiben oder doch lieber sanft reisen

Einfach zuhause bleiben wäre wohl das Vernünftigste. Auf Reisen zu verzichten wäre wohl für das Klima am besten. Schließlich trägt der Tourismus weltweit immer stärker zum steigenden Ausstoß von Treibhausgasen bei.  Doch auf Urlaub und Reisen werden die Menschen gewiss nicht so schnell verzichten wollen. Und das ist gut so.

Dieses Bild stammt vom Projekt "Amaze me LEADER" der Region Atert-Wark in Luxemburg. Im Rahmen unserer Sommereise werden wir verschiedene Projekte in dieser Region besuchen.  Nachweis: https://aw.leader.lu/projekte/amaze-me-leader-gal-leader-atert-wark
Dieses Bild stammt vom Projekt "Amaze me LEADER" der Region Atert-Wark in Luxemburg. Im Rahmen unserer Sommereise werden wir verschiedene Projekte in dieser Region besuchen. Nachweis: https://aw.leader.lu/projekte/amaze-me-leader-gal-leader-atert-wark

Denn der Tourismus ist an vielen Orten der Welt der zentrale Wirtschaftsfaktor und Entwicklungsmotor. Auch die Hoffnung, Reisen möge Herz und Verstand bilden, scheint nicht völlig unbegründet. Doch mit etwas Bedacht lassen sich Reisen möglichst umweltverträglich gestalten. Sei es der Verzicht auf den Wochenend-Trip mit dem Billigflieger nach Hamburg oder möglichst Orte aufzusuchen, die nicht unter der Touristenlawine leiden. Am 2. Februar  haben die Oberösterreichischen Nachrichten einen interessanten Beitrag veröffentlicht, in dem sie anführten, welche der zehn Orte gemieden werden sollen, weil sie längst unter dem Overtourism leiden.

 

Doch zum Glück gibt es noch unzählige Orte und Regionen, in denen sich die Menschen freuen, wenn Gäste auf möglichst sanfte Art zu Besuch kommen.

Genau das nehmen wir uns auch bei der Planung unserer Reisen zu Herzen. Für uns bedeutet das möglichst klimafreundlich anreisen, vor Ort die heimische - meist inhabergeführte Gastronomie oder Hotelerie nutzen, möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein.

Dass dies nicht immer durchzuhalten ist, ist uns bewusst. Mit diesen Widersprüchen werden wir auch in Zukunft wohl leben müssen.

 

Einen weiterhin schönen Winter wünscht für das planetREISEN-Team

Marco Vanek

 

 

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Reiseletter vom 3. Februar 2019
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Langsam reisen

Mit gutem gewissen nach Griechenland

Ein bisschen Hektik und viel Gelassenheit - so entschleunigt kann Reisen sein. Ein Ausblick auf unsere Reise mit Zug & Schiff nach Korfu.

Reisen mit dem Linienschiff bringt die Seele zur Ruhe und hinterlässt einen kleinen ökologischen Fußabdruck.
Reisen mit dem Linienschiff bringt die Seele zur Ruhe und hinterlässt einen kleinen ökologischen Fußabdruck.

Am 30. April spätabends machen wir uns auf den -  nur scheinbar - beschwerlichen Landweg von Österreich nach Griechenland.  Die eintönige Dröhnen der Schiffsturbinen wird sich bald in ein Wohlgefühl der Ruhe auflösen.

 

Die nördlichste Insel Griechenlands ist von Österreich aus gut auch ohne Flugzeug erreichbar. Von Linz geht es zunächst um kurz vor 23 Uhr mit dem Zug nach Venedig, wo wir um 8.24 Uhr ankommen werden. Da unser Linienschiff erst um 12 Uhr abfahren wird, haben wir genug Zeit um in den neu errichteten Hafen für Linien-Fährschiffe nach Fusina zu kommen. Leider wurden die Vergnügungs-Kreuzfahrtschiffe noch nicht aus der Innenstadt verbannt, jedoch die Transport- und Fährschiffe.

 

Vom Bahnhof Mestre sind es etwa 8 Kilometer bis zum Fährterminal, untertags fahren stündlich Vaporetti von der Innenstadt Venedigs nach Fusina oder Linienbusse über Mestre. Ein neu errichtete Haltestelle stoppt fast vor dem Abfertigungsgebäude der Fährschiffe. 

Während das Schiff noch beladen wird, können wir es uns bequem machen in den - im Gegensatz zu den Zugabteilen - doch geräumigeren Kabinen. Schön wird es sein am Deck zu stehen und knapp eine Stunde lang zuzuschauen, wie sich das Schiff durch die Lagune hinaus ins offene Meer bewegt. 

 

Wenn das Wetter entsprechend klar ist, können wir am Abend die weitentfernten Lichter der vorbeiziehenden kroatischen Städte erkennen.

Bei etwas Glück wachen wir schon bei Sonnenaufgang auf, sehen dann Split und Dubrovnik an uns vorbeiziehen und dann die langgezogene Bergkette des albanischen Gebirges. Gegen Mittag sind bereits am Horizont die Umrisse Korfus und des griechischen Festlandes erkennbar. Wir durchqueren die nur fünf Kilometer breite Meerenge zwischen dem südlichen Zipfel Albaniens und der Insel Korfu. Unser letzter Höhepunkt der kleinen Seereise ist die Fahrt entlang der Insel Korfu. Wir sehen einen Teil jener Städte, Berge und Buchten, die wir teilweise in den nächsten Tagen aufsuchen werden.

 

Deutlich reduziert nun das  riesige Schiff seine Geschwindigkeit, wenn es in die Bucht von Igoumenitsa einfährt. Zielsicher steuert der Kapitän den  Kai im Hafen an und lässt sich die letzten Meter von immer hektischer gestikulierenden Matrosen am vorderen Ende des Schiffes zentimetergenau an die richtige Stelle anweisen.  

Kai steht Gate - am Schiffshafen geht es gelassener zu als am Flughafen...

 

Nach Stunden relativer Ruhe und Gelassenheit ist es nun wieder etwas lebhafter und auch lauter  geworden am Schiff. Dutzende LKW und Busse verlassen nun den riesigen Schiffsbauch, ganz am Rand schlängeln sich die wenigen FußgeherInnen vorbei. Grenzkontrolle gibt es normalerweise keine, innerhalb weniger Minuten sind wir draußen vor den Toren des Hafens.

 

Nun wechseln wir die Hafenseite und gehen zum lokalen Kai, von wo aus die kleineren Schiffe zu den Inseln, vor allem nach Korfu fahren.

Auf dieser lokalen Fähre ist erstmals griechisches Flair zu spüren. Das bei BierkennerInnen beliebte Red Corfu Beer wird auf der Fähre ausgeschenkt. Nach 90 Minuten erreichen wir nun die Hauptstadt der Insel Kerkyla oder Corfu City.  

 

Korfu ist eine Wanderinsel

Durch die grünste Insel Griechenlands führt eine der schönsten Wanderwege Europas, der Corfu Trail. Auf unserer Reise nehmen wir uns aber

Teilabschnitte heraus. In sieben Tagen werden wir die schönsten Teile der Insel bewandern, gehen entlang der Küste, kommen vorbei an einsamen Bergdörfern, flanieren durch jahrhundertealte Olivenhaine und genießen dazwischen immer wieder die Weitblicke aufs Meer. Schöner und mit gutem ökologischen Gewissen kann  Urlaub nicht sein.

Reiseletter vom 28. Dezember 2018

Wie klingt die stille...

...oder vom Glück ihr zu begegnen

Anfang der 90er Jahre war Günter Stoof monatelang allein auf einer Forschungsstation in der Antarktis. Als Techniker kümmerte er sich dort um die Messgeräte. Und weil ihn das russische Versorgungsschiff nicht abholte, musste er insgesamt zwölf Monate dort ausharren...

 

Stoof machte weiter, als sei nichts geschehen, lief in diesem Jahr um die zehntausend Kilometer durch die Antarktis, um die Messgeräte abzulesen.

Meistens herrschte Sturm, erzählte er kürzlich in der ZEIT. Doch manchmal legte sich der Sturm, und für wenige Minuten sei die Welt ganz still geworden. Kein

Wind. Kein Geräusch. Keine Bewegung. Absolut still. „Wenn ich mich an diese Stille erinnere, dann sehe ich vor mir die Nacht. Die Welt stand still. Alles war erstarrt. Und wenn ich einen Schritt tat, knirscht unter den Füßen der Schnee. Weit und breit war kein Leben, keine Bewegung. In diesem Moment dachte ich an nichts. Mich überkam ein Gefühl der Zufriedenheit. Es herrschte ein absoluter, vollkommener Frieden…"

 

Wenn nun die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger, hatte einst Karl Valentin süffisant bemerkt. Dieser Ruhe, die vielleicht irgendwann zur Stille wird, können wir besonders gut in den nächsten Wochen selbst entgegengehen, wenn um uns herum alles noch ruht. Sei es tief drinnen im verschneiten Wald oder hoch oben auf den Bergen, etwa „Am Stoa“, am Rande Oberösterreichs. Dort herrschen bereits beste Bedingungen vor, die Klänge der Stille einzufangen.

 

Einen ruhigen Start ins Neue Jahr und viel Inspirationen beim Durchstöbern unseres Reiseprogrammes wünscht im Namen des Teams

Marco Vanek 


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Etwa monatlich erscheint der Reiseletter mit Reiseinspirationen, aktuellen Hinweisen und Hintergrundinformationen
planetReiseletter vom 29.12.2018.pdf
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Guidecca

Durch Venedigs stillste insel

Calle Ferrando auf Guidecca - das touristische Leben spielt sich wo anders ab...
Calle Ferrando auf Guidecca - das touristische Leben spielt sich wo anders ab...

Insel der Verbannten, Garten-Insel der Aristokraten, Insel der Arbeiter und Bauern.... Die Isola della Guidecca hat  viele Namen. Hier liegen auch die Suburbs der Stadt, viele der reicheren VenezianerInnen haben früher diese Insel gemieden. Ihren melancholischen Charme der vergangenen Zeit hat sie aber bis heute bewahrt, trotz Spekulationsversuchen.

 

Der Rummel am Markusplatz ist außer Hörweite, das Gewurrle abertausender BesucherInnen in Umrissen aber erkennbar. Nur einige hundert Luftmeter

sind es über den Canale della Guidecca bis zum Markusdom. Doch diese Entfernung ist weit genug, um im Schatten des Touristenstroms zu bleiben. Hier auf der

kleinen Insel gibt es noch das Venedig, wie es sich vor 30, 40 Jahren in der gesamten Stadt anfühlte: ein Stadtteil mit vielen kleinen Läden, die die BewohnerInnen mit alltäglichen Gütern versorgen, sozialer Wohnbau, der die Mieten in bezahlbaren Höhen belässt, oder kleine vom Eigentümer selbst

betriebene Trattorien, die sich nach Rechnungslegung nicht als Touristenfalle entpuppen.

 

Guidecca hat eine leicht elektrisierende Anziehung, ist ein Kleinod mit einem wilden Mix aus verschiedenen Epochen und Stilen. Seien es alte herrschaftliche Villen, oder gesichtslose Zweckbauten am Campo Junghans, die von manchen auch Bausünde genannt werden. Viel ist passiert in den letzten fünfzig Jahren, schreibt Tom Schulz in der NZZ, der 2018 für drei Monate Stipendiat am Deutschen Studienzentrum in Venedig war. „Der Niedergang der ansässigen Industrie und des Handwerks, eine teilweise skrupellose Stadtplanung und manches andere, das in jedem Mafiaroman vorkommen könnte. Wie löst man ein Problem? Man zündet das Streitobjekt an und kann sich danach nicht mehr erinnern, wie es dazu kam. So geschehen mit dem Teatro La Fenice im Jahre 1996. Wenig später mit der ehemaligen Molino Stucky, der nach einem gescheiterten spekulativen Immobilienprojekt zum großen Teil zerstört wurde, wahrscheinlich

ebenfalls durch Brandstiftung. Um danach, befreit von denkmalpflegerischen Auflagen, zu einem Fünfsternehotel ausgebaut zu werden.“

 

Die Molino Stucky war früher die größte Mühle Venedigs und beherbert heute das Hilton. Von der Terrasse gibt es einen wunderbaren Blick über das Häusermeer der kleinen Insel.
Die Molino Stucky war früher die größte Mühle Venedigs und beherbert heute das Hilton. Von der Terrasse gibt es einen wunderbaren Blick über das Häusermeer der kleinen Insel.

 

Die Guidecca ist heute, schreibt Tom Schulz, „ein Behauptungszustand zwischen Spekulationsobjekt und dem inneren Zusammenhalt ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. „Diese leben zum Teil in Sozialbauten aus den 1960er und 1970er Jahren. Jeder kennt jeden, die alte Sage vom kleinen Platz lebt mit Bänken unter Bäumen, wo sich Nachbarn begegnen, von ihren Sorgen sprechen, vielleicht auch von Liebe. Wo man dem Älteren und Gebrechlicheren die Einkaufstasche in die Wohnung hinaufträgt…“.

 

Doch auch auf der Guidecca werden neue Eigentumswohnungen an mehreren Orten gebaut. Auch hier beginnen sich die BewohnerInnen zu wehren gegen den spekulativen Leerstand, protestieren gegen die Airbnbsierung der Stadt, die aus Wohnraum noch mehr Touristenunterkünfte macht. Vor einigen Jahren besetzten AktivistInnen leerstehende Häuser und belebten ihr Quartier mit kleinen urbanen Gärten. 

Die Guidecca ist nicht das Postkarten-Venedig, von dem täglich x-tausende Fotos gemacht werden, resümiert Schulz. „Sie ist Konflikt- und Resonanzraum. Hier werden Lösungen gesucht, die das Leben einer Gesellschaft wieder mehr als menschliche Gemeinschaft begreifen. Werden sie gefunden, wird es entscheidend sein für die Zukunft der kleinen Insel.“

Herta Gurtner: "Die Guidecca überrascht durch ihre Vielfältigkeit." Foto: privat
Herta Gurtner: "Die Guidecca überrascht durch ihre Vielfältigkeit." Foto: privat

 

Wir besuchten Venedig im Oktober 2018 und nahmen dabei seine Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts unter die Lupe. Herta Gurtner stellte die Reise zusammen und führte uns durch unbekannte Ecken der Lagunenstadt.

Über die Guidecca meinte sie: "La Giudecca, die frühere ArbeiterInneninsel Venedigs überrascht durch ihre Vielfältigkeit. Wo früher Brauereien, Mühlen und kleine Fabriken vorherrschten, wurden diese in den letzten Jahren zu  Nobelhotels, Wohnungen und Ateliers umgebaut. Durch Neubauten in den 1990er und 2000er Jahren, die teilweise als Sozialwohnungen gewidmet sind, können sich hier einheimische Familien das Leben in Venedig leisten. Kindergärten, Spielplätze und Schulen finden sich auf der Giudecca ebenso wie ein Frauengefängnis und das Luigi Nono Archivo. 

 

Natürlich ist auch auf der Giudecca die Gefahr der Gentrifizierung und Vermietung durch Airbnbsierung gegeben. Die BewohnerInnen wehren sich dagegen ebenso wie gegen die großen Kreuzfahrtschiffe. Es liegt aber an der Stadtpolitik hier Maßnahmen zu treffen und Maßstäbe für ein gutes Leben der VenezianerInnen zu setzen. Leider bisher ohne viel Ambition.

 

Text und Fotos: Marco Vanek

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Uholka - Transkarpatien

Faszination urwald

Transkarpatien, einst Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie, ist näher bei Wien als bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Und so kommt es auch, dass unweit unseren Zielortes Rakhiv ein Denkmal steht, das als Mittelpunkt Europas verkauft wird. Einer von vielen möglichen Mittelpunkten. Es kommt eben darauf an, wie man Europa begrenzt.

 

Die Fahrt von der ungarischen Grenze bis nach Rakhiv, eine kleine Stadt in den Waldkarpaten, führt durch kleine Bauerndörfer und dauert: die Straßen sind von Schlaglöchern übersät. Doch es zahlt sich aus, sich diesen Winkel Europas näher anzusehen. Noch dazu wenn man eine Woche erwischt, in der ein dunkelblauer Himmel, höchstens mit ein paar kleinen Wolkengebilden verziert, die ganze Pracht des herbstlichen Farbenspiels der Laubmischwälder in ein unvergessliches Licht rückt. Da wird dann eine Wanderung auf den höchsten Berg der Ukraine, den 2.060 m hohen Howerla, zum Genuss. Auch wenn sich am Gipfel mit Radios ausgestattete patriotische Jugendliche und Familienwandergruppen ein Stelldichein geben, und dabei leider etliches an Müll zurücklassen. Naja, man muss auch noch dazusagen, dass uns Vasyl, unser Begleiter vom Biosphärenreservat der Karpaten, mit einem alten russischen Transportfahrzeug ein Stück des Weges nach oben gebracht hat. 

 

 

Bär, Luchs und Wolf sind hier noch häufig. Und die Frage, ob die Menschen hier Angst vor Wölfen haben, stößt auf Unverständnis. Eine frische Fährte eines Wolfes finden wir denn auch bereits am zweiten Tag. Am Weg in eines der Urwaldgebiete. Ja der Wald, der ist beeindruckend. Der größte Buchenurwald Europas erstreckt sich über gut 9.000 ha, er beeindruckt wenn man ihn von oben betrachtet, und er beeindruckt wenn man ihn durchwandert. Urwüchsige Baumgestalten, viel totes Holz voll Leben, und eine unglaubliche Vielfalt an Pilzen. Und dann noch eine endemische Nacktschnecke namens Blauer Schnegl mit einem Blau, das der Farbe des Himmels Konkurrenz macht.

 

 

Damit wir das alles in guter Verfassung erleben können, bemüht sich Vasyl auch, uns die ukrainische Küche näher zu bringen: sie ist abgestimmt auf die Holzarbeit in den Bergwäldern, also kalorienreich. Mit Speck und Würsten, Brimsen - dem lokalen Schafkäse, und natürlich auch einer Variante des Borschtsch, einer kräftigen Suppe mit Roten Rüben. Dazu mundet das lokale Bier, während man beim Schnaps vorsichtig sein sollte: er hat selten weniger als 50%.

Die einstimmige Meinung der Gruppe beim Abschied: wir kommen wieder!

 

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Unser Reiseschwerpunkt 2018:  Karpaten

Das Reisejahr 2018 steht ganz im Zeichen des großen osteuropäischen Gebirgszuges, der bereits wenige Kilometer hinter Wien beginnt.

Eine Siedlung im ukrainischen Rakhiv, in den Waldkarpaten
Eine Siedlung im ukrainischen Rakhiv, in den Waldkarpaten

Die Karpaten sind ein multinationales Territorium im östlichen Zentrum Europas. Eine terra incognita im Bewußtsein der meisten WesteuropäerInnen. Sie ziehen sich 1500km lang in einem Bogen von Hainburg, über die ganze Slowakei, Südpolen, die Ukraine, Rumänien und Ungarn. Alle fünf Anrainerstaaten der Karpaten haben drei auffällige Gemeinsamkeiten: sie gehörten vor 1918 zur multinationalen Monarchie Österreich-Ungarn, sie kamen allesamt nach 1945 in den Einflußbereich der siegreichen Sowjetunion und seit Jahrhunderten lebten hier bis zum Holocaust sehr viele Juden. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit haben sich die Karpaten sowohl landschaftlich als auch kulturell eine Ursprünglichkeit bewahrt, die es sonst in Europa kaum mehr gibt.

 

Wir begeben uns auf mehrere Reisen in ein ländlich-gebirgiges Europa, das uns endlos fremd erscheint und doch die gemeinsamen kulturellen und historischen Wurzeln spüren läßt...


Luberon - Wandelgänge durch das Herz der Provence

wo die Einsamkeit, die Weite des kargen Landes, aber auch das Mittelalter noch gegenwärtig ist


Bonnieux, Apt oder Saignon waren vor mehr als 900 Jahren wohlhabende Kleinstädte inmitten eines trockenen und kargen Landes. Zeugen dieser Zeit sind heute noch zahlreich erhalten. Wir wandelten durch das auf den zweiten Blick schon sehr abwechslungsreiche Südfrankreich. 

 


Rhodopen: Ein Geisterdorf erwacht

 In Bulgarien verlassen immer mehr Menschen die Dörfer und ziehen in die Städte oder ins Ausland. Auf unserer Reise durch die Rhodopen besuchten wir das Dorf Kosovo, in das wieder Leben kommt.

 


Wandern durch die bulgarischen Rhodopen

Wild und unberührt ist die Heimat des Orpheus, bewaldete Höhenzüge mit einer einmaligen Vielfalt an Flora und Fauna. Mit Ausnahme mancher Wintersportorte, wie Pamporovo oder Tschepelare, sind die Rhodopen touristisch noch kaum erschlossen unsere Reise dorthin war wie ein kleines Abenteuer.

 


Maramuresch - durch ein Land am Rande Europas

Zu Ostern 2017 bereisten wir die nordwestliche Region Rumäniens. Mit dem Zug fuhren wir über Debrecen nach Satu Mare und waren dann im Land unterwegs mit dem Bus. Wir machten Halt in der Verwaltungshauptstadt der Region  in Baia Mare, besuchten das Geburtshaus des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel in Sighet und und verbrachten fünf Nächte in Viseu de Sus - dem früheren Oberwischau - am Fuße der Waldkarpaten.

Wir wanderten durch sanfthügelige, kleinstrukturierte und deshalb sehr artenreiche Landschaften. Sahen viele Bauernhöfe, die heute noch traditionell bewirtschaftet werden, so wie bei uns in Mitteleuropa vor mehr als fünfzig Jahren. Doch der "Fortschritt" wird auch in dieser Region nicht Halt machen. Die Vorboten der Moderne sind bereits im Anmarsch: Landraub, illegaler Holzeinschlag auch unter tatkräftiger Beteiligung österreichischer Firmen, überall im Land grassiert das Müllproblem... Die jungen Menschen dieser Region reagieren auf ihre Art und kehren der Region in Scharen ihren Rücken.

Doch es gibt Hoffnung auf eine Kehrtwende. Menschen wie der Ranger des Naturparks Maramuresch - Anton Brenner - setzen sich in ihrer täglichen Arbeit ein für eine (über)lebenswerte Zukunft dieser Region an der Außengrenze des EU-Europas und zeigen, dass mit zivilgesellschaftlichen Engagement ein gutes Leben möglich ist.


Mit der Waldbahn durch das Wassertal in der Maramuresch

Seit Jahrhunderten prägt Holz das Leben in der nördlichen Maramuresch an der heutigen ukrainischen Grenze.  Ab 1770 wurden oberösterreichische Holzfäller und Handwerker an den Rand der Waldkarpaten angesiedelt, um den Holzreichtum für die österreichische Krone nutzbar zu machen. Noch heute fährt die Schmalspurbahn von Oberwischau /Viseu de Sus die 40 Kilometer ins Wassertal um Holzfäller und Baumstämme zu transportieren. Mehr über diese Region mit oberösterreichischem Einfluss in einer Bildreportage.


Auf winterlicher Spurensuche entlang der Maltsch im ehemaligen Niemandsland

Kein Ort an der oberösterreichisch-südböhmischen Grenze spiegelt mehr die wechsel- und leidvolle Geschichte beider Länder wider als der ehemalige Markt Zettwing/Cetviny an der Maltsch. Mehr

 


Durch die letzte Wildnis Österreichs

Im Sommer  besuchten wir das letzte Wildnisgebiet in Österreich, das im Südwesten Niederösterreichs liegt. Eine Bildreportage über den langen Atem der Natur.

Die Vielfalt moderner Architekturen in Rom

Wir besuchten Rom und staunten über die Vielfalt moderner Baukunst- und -kultur abseits der touristischen Pfade.  Infos zu den besichtigten Bauten.