Reisefeuilleton

Reportagen, Bildergalerien und Hintergrundinformationen zu interessanten Reisezielen.


Italiens Kleinstädte

Warum Italiens Kleinstädte ihre Identität verlieren

Das Herz Italiens ist in Gefahr, schrieb kürzlich der italienische Politikwissenschafter Marco Damiani, als er den Strukturwandel in den kleineren Städten unter die Lupe nahm.

In der kleinen Altstadt von Vigoleno in der Emilia-Romagna wohnen gerade noch sieben Menschen
In der kleinen Altstadt von Vigoleno in der Emilia-Romagna wohnen gerade noch sieben Menschen

So wie viele andere Kleinstädte in Mittelitalien ist Spello eine wunderschöne Stadt. So liegt die Altstadt auf einem Hügel, rundherum gepflegte Kulturlandschaft. Doch auch diese Stadt ist, ähnlich wie Rom, Florenz oder Venedig, in ihrer jahrhundertealten Identität gefährdet.

 

Ihre Zerbrechlichkeit macht sie schön, schreibt Damiani, aber ihre Schönheit muss ständig gepflegt und gehegt werden. Doch seit ein paar Jahrzehnten ziehen immer mehr Menschen aus diesen Städten weg. Sie versuchen ihr Glück im Ausland und kommen nur mehr zu den Hochfesten wie Weihnachten, Ostern zurück. Einen zweiten Grund für die Abwanderung sieht Damiani in der zunehmenden Bequemlichkeit seiner BewohnerInnen. Schon in den 60er Jahren haben die ersten ihre alten Häuser im Stadtzentrum verlassen, um am Stadtrand neue Behausungen zu bauen. Die alten Häuser liegen meist am Hügel, sind mit dem Auto meist nicht zu erreichen, es gibt keine Garagen, keine Gärten bei den Häusern, oft auch kein fließendes Wasser. Die alten Steinhäuser liegen weit weg von Einkaufszentren, die in den letzten Jahrzehnten wegen der vielen Vorstadtsiedlungen dorthin gebaut wurden.

 

In den letzten Jahren kam noch ein weiterer Trend dazu, der die Abwanderung beschleunigte. Die Tourismusindustrie sucht laufend neue Verwertungsmöglichkeiten und zerstört dabei jene Schätze, von der sie eigentlich profitieren möchte. Sobald die einheimischen BewohnerInnen aus den alten Steinhäusern ausgezogen sind, kommen die Makler und vermitteln sie an kaufkräftige Kundschaft aus Nordamerika oder Westeuropa. Die Preise schießen in die Höhe, was dazu führt, dass Einheimische nun tatsächlich gute Gründe haben, die Stadtzentren zu verlassen. Der Teufelskreis setzt sich weiter fort: die Geschäfte für den täglichen Bedarf sperren zu, Souvenir- und Kunsthandwerksläden übernehmen die alten Geschäftslokale. Schön langsam fühlen sich die Einheimischen in ihrer eigenen Stadt als Gäste, wenn sie außer Wasserflaschen und etwa den sündteuren Wurstspezialitäten nichts mehr finden, was sie für den Alltag brauchen.

In vielen dieser Städte gab es schließlich Debatten in den Gemeinderäten, ob nicht auch Schulen, Kindergärten, die Gemeindeverwaltungen und andere öffentliche Einrichtungen aus der Altstadt abgesiedelt werden sollen, weil nun die Wohnquartiere der meisten BewohnerInnen außerhalb des alten Stadtzentrums liegen. 

In der Altstadt von Spello gibt es längst mehr Souvenir- als Lebensmittelläden
In der Altstadt von Spello gibt es längst mehr Souvenir- als Lebensmittelläden

Alle diese Entwicklungen bedeuten für Damiani, dass ein alter, lebendiger, genutzter und abgenutzter Organismus, ein komplexes, künstlerisches Gebilde auf eine rein kommerzielle und akademische Dimension reduziert wird. Davon profitieren aber nicht viele. Die, die dort noch Stellung halten, haben von diesen Entwicklungen am wenigsten davon. Sie bieten höchstens kostenlose Staffage fürs Business.

Diese Entwicklung wird sich solange fortsetzen, bis der Marktlogik ein politischer Veränderungswille gegenübergestellt wird, ist Damiani überzeugt. Wenn es so weitergeht, wird der Reichtum der kleinen Städte nur mehr wenigen zur Verfügung stehen, die sich diesen kulturellen Schatz gönnen. Dann finden in diesen Städten keine realen Begegnungen mehr statt. Statt Lebensorten wird es Geisterstädte geben.

Reiche aus dem Norden renovieren zwar die historische Substanz in den Zentren der italienischen Kleinstädte. Doch diese entwickeln sich aber schön langsam in Geisterstädte ohne Leben

 

Kann ein nachhaltiger, ein sanfter Tourismus diese Zerstörung der jahrhundertealten Kultur stoppen? Für Damiani liegt es an den Stadtverwaltungen, sich aktiv in die Entwicklungen einzuschalten und die Transformation selbst zu gestalten. Die BesucherInnen müssen zur Ressource für die Mehrheit der Autochthonen werden und dürfen nicht zu ihrer Verdrängung führen. Skeptisch ist Damiani, ob die zurzeit herrschende politische Klasse es schafft, diesen zerstörerischen Entwicklungen einen Riegel vorzuschieben.

 

Zu Marco Damiani: geboren 1973, lehrt Politikwissenschaften an der universität Perugia. Er forscht zu Parteien, zum Populismusbegriff und vor allem zu den linken Gruppierungen in Europa. Der Beitrag in voller Länger, erschienen am 23.7.19 in der taz.

 

Zu Spello: die Kleinstadt in Umbrien liegt etwa 30km von Perugia entfernt,  hatte 2017  im ganzen Stadtgebiet etwa 8500 EinwohnerInnen, in den historischen Teilen wohnten gerade noch 500 Menschen. Die Stadt ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens).

 

Text: Marco Vanek


Florenz

Wer war Sofonisba Anguissola ?

Selbstportrait, 1556, Lancut Museum, Polen
Selbstportrait, 1556, Lancut Museum, Polen

Unsere Reise in das Florenz der italienischen Meister der Renaissance liegt nun hinter uns. Wir sahen Leonardo, Michelangelo, Rafael und Tizian in den Uffizien und im Dommuseum, bewunderten die Dombaukunst des Filippo Brunelleschi, der die größte Kuppel des Abendlandes geschaffen hatte. Dabei hatte er sich das Pantheon in Rom, der einzige noch fast vollständig aus der Antike erhaltene Bau, zum Vorbild genommen. Bei der Recherche zur Reise bin ich eher zufällig auf Sofonisba Anguissola gestoßen. Von Barbara Vanek.

Die erste Malerin von internationalem Rang beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Biografie. Einzigartig zu ihrer Zeit erhielt die 1531 oder 1532 in Cremona geborene Malerin genauso wie ihre fünf Schwestern eine sonst nur Männern zur damaligen Zeit vorbehaltene humanistische Ausbildung. Ihr Vater, ein materiell nicht begüterter, aber kunstsinniger Mensch, investierte in die Bildung seiner Töchter anstatt, wie zu der Zeit üblich, mit einer satten Mitgift ausgestattet, standesgemäß zu verheiraten.

 

Sofonisba, die erstgeborene Tochter, hatte schon sehr früh ihr künstlerisches Talent gezeigt. Schon im Alter von 11 Jahren wurde sie Schülerin von Bernardino Campi. Ihr wichtigster Förderer und Manager war aber ihr Vater, der alle Hebel in Bewegung setzte, um der hochbegabten Tochter Aufträge zu verschaffen. Michelangelo, damals schon berühmt, schickte dem begabten Mädchen seine Skizzen. Diese kopierte sie in Öl und schickte sie zurück. Es wird vermutet, dass Michelangelo die junge Künstlerin auch persönlich traf. Drei der Schwestern Sofonisbas wurden ebenfalls Malerinnen, eine Schwester Schriftstellerin, die jüngste Dominikanerin. Keine genoss aber über die Landesgrenzen Italiens hinaus eine solche Beachtung wie Sofonisba. Die Managementfähigkeiten des Vaters waren ebenso erfolgreich wie die künstlerische Begabung der Tochter. So wurde die junge Künstlerin als Hofdame ans spanische Königshaus berufen, um der Infantin Malunterricht zu erteilen. Sofonisba war im Anfertigen von Porträts so erfolgreich, dass sie bald in halb Europa angefragt wurde. Sofonisba Anguissolas erstes Porträt der kindlichen Infantin Isabel war so gut, dass Peter Paul Rubens es kopierte.

 

1565 malte Anguissola König Philipp II.von Spanien, dem auch das Herzogtum Mailand und damit Cremona, unterstand, die Geburtsstadt Sofonisbas. Wie zuvor vertraglich zugesichert, wurde die Malerin nach dem Tod der Infantin standesgemäß nach Sizilien verheiratet. Nach dem Tod ihres ersten Mannes wollte Sofonisba zurück nach Cremona, verliebte sich aber auf dem Weg in den Kapitän ihres Schiffes und heiratete diesen im Alter von über 50 Jahren ohne Zustimmung des spanischen Königs. Für die damalige Zeit unglaublich lange, blieb das Paar bis zum Ableben Sofonisbas verheiratet. Die Zeit ihres Lebens kinderlos gebliebene Malerin inspirierte nicht nur ihre Schwestern. Es sind in der Kunstgeschichte über 40 Namen von Frauen überliefert, denen sie ein Vorbild wurde. Durch eine Augenkrankheit (starke Kurzsichtigkeit, vielleicht Katarakt) und Rheumatismus behindert, konnte Anguissola in ihren späten Jahren nicht mehr malen. In ihren letzten Lebensjahren hielt sie sich in Palermo auf, wo Anthonisvan Dyck sie 1623 in sein „Italienisches Skizzenbuch“ zeichnete. Etwas kokett merkte sie an, dass er doch das Licht nicht von oben einfallen lassen möge, um ihre Runzeln nicht allzu in Erscheinung treten zu lassen. Sofonisba Anguissola verstarb im Alter von 97 Jahren am 16. November 1625 in Palermo. Sie wurde in San Giorgio dei Genovesi in der Via Squarcialupo in Palermo bestattet.

Weitere Werke von Sofonisba Anguissola: links: Schachspiel mit den Schwestern, rechts: Selbstporträt im Alter von 80 Jahren; Quelle: Wikipedia


Kerkyra/Corfu-City

Der letzte seifenmacher

Auf unserer Wandelreise durch Korfu machten wir auch Halt bei Apostolos Patounis, der im Zentrum der Inselhauptstadt Olivenölseife nach altem Rezept herstellt. Von Marco Vanek

 

Nahe des zentralen San Rocco Platzes in der Ioannou Theotoki Straße 9, mitten im belebten Zentrum Korfus ist ein unscheinbarer Eingang zu einem der letzten Seifenmanufakturen Griechenlands: die Savonnerie Patounis. Wir kam rechtzeitig zur kurzen Einführung des Firmenchefs, der uns den Produktionsprozess und die unterschiedlichen Seifenarten vorstellte. Bis zu sechs verschiedene Seifen hat Patounis im Programm, von der milden grünen Olivenölseife für die sanfte Hauptpflege bis zur graugelben klassischen Kernseife, die für Kleiderreinigung oder gröbere Putzarbeiten verwendet werden kann.

 

Seit 1850 gibt es nun diese Seifensiederei an diesem Standort. Apostolos ist nun bereits in der fünften Generation. Die altengusseisernen Siedeöfen stehen noch hinten in der kleinen Produktionshalle. Heute verwendet er ausschließlich einen modernen Kessel aus Chrom. Das Olivenöl bezieht er ausschließlich von lokalen Produzenten, kein Parfum oder andere Zusatzstoffe gibt er dem Seidensud dazu. Es ist ein reines Naturprodukt, betont er immer wieder. Kernseife aus Palmöl stellt er zwar für seine älteren Stammkundinnen noch her, doch dieses sollten wir nicht kaufen, wegen der Umweltschäden, die die Produktion des Palmöls in Asien verursacht. Damit er sich voll dem Familienbetrieb widmen kann, hat Apostolos Patounis sein Ingenieur Diplom zu den Akten gelegt. Trotz der Konkurrenz der großen Seifenhersteller schmiss der  56-jährige nicht das Handtuch, sondern setzt auf Tradition. Heute produziert er zusammen mit seiner Frau und drei Angestellten jährlich um die 30 bis 40 Tonnen Seife. In den besten Zeiten hat sein Großvater bis zu 200 Tonnen pro Jahr produziert.

 

Die Herstellung von Seife ist kein aufwändiger Prozess. Die jeweilige Mischung wird eine Woche lang in dem großen Kesseln gesiedet, danach wird die fertige Masse in hölzerne Formen gegossen. Hat sich diese Masse  etwas verfestigt, wird sie per Hand mit dem Stempel der Manufaktur versehen und in die Seifenstücke in die Verkaufsgrößen geschnitten. Diese werden zum Reifen (endgültiges Trocknen) dann noch etwa 4 Wochen auf Holztabletts gelagert und anschließend verpackt. Was Patounis aber von den anderen Seifenherstellern unterschiedet ist, dass die meisten Produktionsschritte händisch erfolgen. Die Befüllung des Kessels und der Holzkassetten, wo die Seife langsam fest wird, das anschließende Bestempeln und schließlich das Schneiden in die Seifenquader...

 

Fotos und Text: Marco Vanek


Skopje

nationalistischer kitsch

Eine monumentale Reiterstatue dominiert die Stadtmitte von Skopje. Die Fassaden der aus den 60er Jahren stammenden Innenstadthäuser wurden mit klassizistischen Elementen überklebt oder in diesem Stil neu errichtet.
Eine monumentale Reiterstatue dominiert die Stadtmitte von Skopje. Die Fassaden der aus den 60er Jahren stammenden Innenstadthäuser wurden mit klassizistischen Elementen überklebt oder in diesem Stil neu errichtet.

Eine starke orthodox-nationalistische Identität wollte die Vorgängerregierung Mazdoniens ihrer Bevölkerung verschreiben. Unter dem Deckmantel der Konjunkturbelebung beauftragte die Regierung freundschaftlich verbundene Unternehmen mit dem Umbau des Stadtzentrums. Ein Rundgang durch Skopjes Bizarristan.

Figuren aus der Antike und früheren mazedonischen Geschichte zeigen am anderen Ufer der Innenstadt den nationalen Großmut. Auch die Fassade dieses Gebäudes aus den sozialistischen 70er Jahren wurde mit billigen Baumaterialien "verziert".
Figuren aus der Antike und früheren mazedonischen Geschichte zeigen am anderen Ufer der Innenstadt den nationalen Großmut. Auch die Fassade dieses Gebäudes aus den sozialistischen 70er Jahren wurde mit billigen Baumaterialien "verziert".

Solch überdimensionierte pietätlose Architektur, die man bisher nur aus ostasiatischen Autokratien oder futuristischen Wüstenoasen kennt, findet man nun auch mitten auf dem Balkan, in drittklassiger Bauqualität. Denn die Gipskartonfassaden aus leicht entzündlichen Materialien bedürfen nachweislich der brandschutztechnischen Überarbeitung. Neue Brücken mit imperialistisch anmutenden Laternen verbinden die beiden Ufer des Vardar-Flusses, der das postsozialistische und orthodoxe Zentrum von der mittelalterlichen, osmanisch geprägten Altstadt trennt.

Der Neubau dieses Gebäude wurde aus Geldmangel gestoppt und steht nun schon seit Jahren unter Gerüst.
Der Neubau dieses Gebäude wurde aus Geldmangel gestoppt und steht nun schon seit Jahren unter Gerüst.

Nur knapp 65% der Bevölkerung Mazedoniens sind slawo-mazedonischer Herkunft, knapp ein Drittel ist ethnisch betrachtet albanisch. Aber Skopje besteht auf seine christliche Kultur, die mit dem überdimensionierten „Mileniumski Krst“, dem Kreuz der Jahrtausendwende, auf seinem Hausberg Vodno verdeutlicht werden soll, ein weiteres Symbol einer orthodoxenmuslimischen Segregation. Für eine ethnisch-albanische Kultur hingegen ist sehr wenig Platz. 

Die Sicht von der Steinbrücke zum osmanischen Teil der Stadt wurde bewusst durch Heldenfiguren unterbrochen.
Die Sicht von der Steinbrücke zum osmanischen Teil der Stadt wurde bewusst durch Heldenfiguren unterbrochen.

Und als wäre das pseudo-monumentale refurbishment nicht genug, fielen auch 12 Parks und 35% der Bäume Skopjes – viele davon bis zu 70 Jahre alt – der Renovierung zum Opfer und bescherten der Stadt zugleich eine erhöhte Luftverschmutzung. All das führte dazu, dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht beeindrucken ließ und dem Bauwahn ihr eigenes Denkmal setzte: in einer Revolte beschmissen aufgebrachte Bewohnerinnen und StudentInnen die frisch gestrichenen Bauwerke. „Skopje 2014“ fiel den Farbbomben zum Opfer. Schließlich endete der stadtplanerische Spuk mit der Abwahl der Rechtsregierung. Das seit 2017 amtierende Linksbündnis muss nun mit diesem Erbe leben und versuchen das Beste daraus zu machen. Geld für einen Rückbau und gar Abriss ist aber nicht vorhanden. Ganz im Gegenteil: das Land wird noch für Jahrzehnte die Schulden zurückzahlen müssen.

 

Mehr Informationen über die Hintergründe zum Projekt Skopje 2014 von einer zivilgesellschaftlichen Initiative “Плоштад Слобода” (Pložtad Sloboda, dt. Platz der Freiheit) Mehr unter diesem Link.

Text und Fotos: Marco Vanek

Der Text basierte auch auf Informationen der Webseite: www.humboldt-balkan-kosmos.net

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Algarve

Gewandert ans ende der welt

Das Kap St. Vicente wurde einst von den Mauren und den anderen Bewohnern der iberischen Halbinsel als das Ende der ihnen bekannten Welt bezeichnet. Wir wanderten durch alte Kulturlandschaften und durch so manches Kleinod der Natur.

 

Mehr als eine Woche verbrachten wir im äußersten südwestlichsten Zipfel Kontinentaleuropas und blickten von den Klippen über den Ozean gegen Nordamerika und Afrika. Zu sehen gabs zwar nur die unendliche Weite des Meeres, dafür spielte es sich an der Küste bzw. im Hinterland ab: Orangen- und Zitronendüfte in der Luft, ein Meer von Blütenfarben entlang unserer Wanderroute, verbrannte Eukalyptuswälder, tosender Ozean, steilabfallende und mystische Felsformationen, Traumstrände, freundliche Menschen, kulinarische Höhepunkte und vieles mehr. Eine tolle Woche mit unzähligen Eindrücken. Die Algarve spielt uns ihre Schönheit in vielfältigster Weise vor.

Orangen- und Zitronenduft lag  im Hinterland von Silves stundenlang in der Luft. Noch sind die Überreste des großen Waldbrandes vom Sommer 2018 zu sehen, wo dutzende Quadratkilometer Eukalyptuswald niederbrannte und zahlreiche Häuser und sogar auch einzelne Dörfer zerstörte. Doch die Natur erholt sich sichtbar...

… überall blüht es, Bienen und Hummeln sammeln Nektar. Das Alltagsleben der kleinen Bauern und Bäurinnen  geht seinen gewohnten, aber nicht hektischen Gang, Orangen, Zitronen, Oliven, aber auch Kork werden geerntet...

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Unser Reiseschwerpunkt 2018:  Karpaten

Das Reisejahr 2018 steht ganz im Zeichen des großen osteuropäischen Gebirgszuges, der bereits wenige Kilometer hinter Wien beginnt.

Eine Siedlung im ukrainischen Rakhiv, in den Waldkarpaten
Eine Siedlung im ukrainischen Rakhiv, in den Waldkarpaten

Die Karpaten sind ein multinationales Territorium im östlichen Zentrum Europas. Eine terra incognita im Bewußtsein der meisten WesteuropäerInnen. Sie ziehen sich 1500km lang in einem Bogen von Hainburg, über die ganze Slowakei, Südpolen, die Ukraine, Rumänien und Ungarn. Alle fünf Anrainerstaaten der Karpaten haben drei auffällige Gemeinsamkeiten: sie gehörten vor 1918 zur multinationalen Monarchie Österreich-Ungarn, sie kamen allesamt nach 1945 in den Einflußbereich der siegreichen Sowjetunion und seit Jahrhunderten lebten hier bis zum Holocaust sehr viele Juden. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit haben sich die Karpaten sowohl landschaftlich als auch kulturell eine Ursprünglichkeit bewahrt, die es sonst in Europa kaum mehr gibt.

 

Wir begeben uns auf mehrere Reisen in ein ländlich-gebirgiges Europa, das uns endlos fremd erscheint und doch die gemeinsamen kulturellen und historischen Wurzeln spüren läßt...


Luberon - Wandelgänge durch das Herz der Provence

wo die Einsamkeit, die Weite des kargen Landes, aber auch das Mittelalter noch gegenwärtig ist


Bonnieux, Apt oder Saignon waren vor mehr als 900 Jahren wohlhabende Kleinstädte inmitten eines trockenen und kargen Landes. Zeugen dieser Zeit sind heute noch zahlreich erhalten. Wir wandelten durch das auf den zweiten Blick schon sehr abwechslungsreiche Südfrankreich. 

 


Rhodopen: Ein Geisterdorf erwacht

 In Bulgarien verlassen immer mehr Menschen die Dörfer und ziehen in die Städte oder ins Ausland. Auf unserer Reise durch die Rhodopen besuchten wir das Dorf Kosovo, in das wieder Leben kommt.

 


Wandern durch die bulgarischen Rhodopen

Wild und unberührt ist die Heimat des Orpheus, bewaldete Höhenzüge mit einer einmaligen Vielfalt an Flora und Fauna. Mit Ausnahme mancher Wintersportorte, wie Pamporovo oder Tschepelare, sind die Rhodopen touristisch noch kaum erschlossen unsere Reise dorthin war wie ein kleines Abenteuer.

 


Maramuresch - durch ein Land am Rande Europas

Zu Ostern 2017 bereisten wir die nordwestliche Region Rumäniens. Mit dem Zug fuhren wir über Debrecen nach Satu Mare und waren dann im Land unterwegs mit dem Bus. Wir machten Halt in der Verwaltungshauptstadt der Region  in Baia Mare, besuchten das Geburtshaus des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel in Sighet und und verbrachten fünf Nächte in Viseu de Sus - dem früheren Oberwischau - am Fuße der Waldkarpaten.

Wir wanderten durch sanfthügelige, kleinstrukturierte und deshalb sehr artenreiche Landschaften. Sahen viele Bauernhöfe, die heute noch traditionell bewirtschaftet werden, so wie bei uns in Mitteleuropa vor mehr als fünfzig Jahren. Doch der "Fortschritt" wird auch in dieser Region nicht Halt machen. Die Vorboten der Moderne sind bereits im Anmarsch: Landraub, illegaler Holzeinschlag auch unter tatkräftiger Beteiligung österreichischer Firmen, überall im Land grassiert das Müllproblem... Die jungen Menschen dieser Region reagieren auf ihre Art und kehren der Region in Scharen ihren Rücken.

Doch es gibt Hoffnung auf eine Kehrtwende. Menschen wie der Ranger des Naturparks Maramuresch - Anton Brenner - setzen sich in ihrer täglichen Arbeit ein für eine (über)lebenswerte Zukunft dieser Region an der Außengrenze des EU-Europas und zeigen, dass mit zivilgesellschaftlichen Engagement ein gutes Leben möglich ist.


Mit der Waldbahn durch das Wassertal in der Maramuresch

Seit Jahrhunderten prägt Holz das Leben in der nördlichen Maramuresch an der heutigen ukrainischen Grenze.  Ab 1770 wurden oberösterreichische Holzfäller und Handwerker an den Rand der Waldkarpaten angesiedelt, um den Holzreichtum für die österreichische Krone nutzbar zu machen. Noch heute fährt die Schmalspurbahn von Oberwischau /Viseu de Sus die 40 Kilometer ins Wassertal um Holzfäller und Baumstämme zu transportieren. Mehr über diese Region mit oberösterreichischem Einfluss in einer Bildreportage.


Auf winterlicher Spurensuche entlang der Maltsch im ehemaligen Niemandsland

Kein Ort an der oberösterreichisch-südböhmischen Grenze spiegelt mehr die wechsel- und leidvolle Geschichte beider Länder wider als der ehemalige Markt Zettwing/Cetviny an der Maltsch. Mehr

 


Durch die letzte Wildnis Österreichs

Im Sommer  besuchten wir das letzte Wildnisgebiet in Österreich, das im Südwesten Niederösterreichs liegt. Eine Bildreportage über den langen Atem der Natur.

Die Vielfalt moderner Architekturen in Rom

Wir besuchten Rom und staunten über die Vielfalt moderner Baukunst- und -kultur abseits der touristischen Pfade.  Infos zu den besichtigten Bauten.