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Lesachtal

Auf Besuch in der Slow-Region

War es die große Abgeschiedenheit oder die Mentalität der Menschen, die hier ein weites Stück Landschaft relativ naturbelassen ließ. Hier geht es spürbar langsamer zu als weiter draußen in der Stadt.

Ende Oktober 2018 wütete ein Sturm im Lesachtal. Die Aufarbeitung der Schäden am Wald dauert während unseres Besuchs noch an.
Ende Oktober 2018 wütete ein Sturm im Lesachtal. Die Aufarbeitung der Schäden am Wald dauert während unseres Besuchs noch an.

Wir besuchten die letzten Tage das obere Lesachtal, ein paar Kilometer von Osttirol, aber auch von der italienischen Grenze entfernt. Wir trafen dabei interessante Menschen, die uns Einblicke gaben in ihren Alltag und ihre Visionen.

 

 

Der Wanderhotelbetrieber und Chef des örtlichen Tourismusverbandes Nikolaus Lanner, erzählte uns wie der Slow-Food-Gedanke Einzug in die örtliche Wirtschaft fand. So initiierte der Wanderniki, wie er sich nennt, den Brot- und Morenenweg, auf den verschiedene lokale Produkte erwandert werden können. Mehr.

 

Näheres zum Brot- und Morendenweg.

 

 

 

 

 

 

Vorbildhaft auch das Leben der Familie Stabentheiner, die hoch oben am Hang einen Biobauernhof mit ein paar Gastzimmern betriebt und zeigt wie die drei am Hof lebenden Generationen gemeinsam Land-, Forst und Gastwirtschaft unter einem Hut gebracht werden kann. Mehr

 

 

 

 

Wir trafen auch Othmar Oberluggauer, dem Obmann des örtlichen Bienenzuchtvereins, der einen Bienenlehrpfad aufgebaut hat und uns in die besonderen Geheimnisse der Imkerei im Lesachtal einführte.

Nähere Infos zum Bienenlehrpfad

Foto: Hepilodge
Foto: Hepilodge

 

 

 

Aufgefallen ist uns, dass verhältnismäßig viele junge Menschen im Tal geblieben sind, weil sie hier Erwerbseinkommen gefunden haben. Etwa Helene Windbichler und Josef Klingesberger von der Hepilodge. Sie vermieten nicht nur in ihrem Haus liebevoll renovierte und eingerichtete Appartements, sondern tüfteln auch an Projekten, die den sanften Tourismus im Tal voranbringen sollen.

Mehr Infos über das Basecamp für alle OutdoorfreundInnen: 

Allen Menschen, die wir getroffen haben, eint die Gelassenheit, mit der sie die Jahreszeiten in das Tal ziehen lassen und das Vertrauen darauf, dass Engagement und Innovationsgeist auch neue Wege eröffnen. Allen ist auch bewusst, wie fragil hier oben das Gleichgewicht der Natur ist.

Regionen, wie das Lesachtal sind heute in Zeiten des Massentourismus rar geworden. Umso mehr steigt der Wert dieser Naturbelassenheit, umso mehr die Wichtigkeit, solche Orte zu bewahren und mit Hilfe eines sanften Tourismus zu stärken. Die Slow Food Bewegung, aber auch der Alpenverein versuchen mit ihren Projekten des sanften Tourismus die Natürlichkeit und Einzigartigkeit dieses Lebensraums zu bewahren.

 

Die Region Lesachtal:

Eingebettet zwischen den Karnischen Alpen und den Lienzer Dolomiten weist dieses abgelegene Hochtal im Süden Kärntens eine landschaftliche Vielfalt auf, die ihresgleichen sucht, jedes Seitental hat seinen eigenen Charakter, jede Ortschaft schmiegt sich auf eigene Art und Weise an die Hänge und auch die Bergwelt des Lesachtals reicht von sanften Almen bis zu wuchtigen Gebirgsstöcken.

Seit alters her musste sich dieses Tal auf die eigenen Ressourcen besinnen – zu abgeschieden und schwer erreichbar war es bis in die jüngere Zeit. Auch heute noch bedarf es aus dem Inneren Österreichs einer kleine Weltreise, bis man die vier Hauptorte Birnbaum, Liesing, St. Lorenzen und Maria Luggau erreicht.

Die windungsreiche Straße hoch über dem schäumenden Gailfluss gibt eine Ahnung von der komplizierten Topographie des Geländes – unzählige Gräben müssen durchfahren oder mit eindrucksvollen Brückenbauwerken überwunden werden. Ist man aber einmal da, findet man in kürzester Distanz nicht nur kulinarische und kulturhistorische Leckerbissen, sondern auch eine Fülle bergsteigerischer Höhepunkte.

Ortschaften: Liesing, (Seehöhe 1.044m), Birnbaum, St. Lorenzen, Maria Luggau, 

Höchster Punkt: 2.780 m (Hohe Warte)

Wohnbevölkerung: 1.333 Menschen (Stand 2018)

(Quelle: www.bergsteigerdoerfer.org.)