24. Juli 2026
Am Rande der Bundesstraße nach Mariazell, irgendwo zwischen Hochschwab und Gesäuse liegt Wildalpen. Ein paar Häuser entlang der Salza, eine Kirche, ein Museum, ein Campingplatz und viel, sehr viel Wald. Wer heute hier ankommt, denkt leicht: Randlage, Naturidylle, vielleicht ein guter Ort zum Durchatmen. Doch historisch betrachtet stand Wildalpen mitten in einem europäischen Wirtschaftsraum: der Eisenwurzen. Hier wurde Holz zu Holzkohle, Holzkohle zu Energie und Energie zu Eisen, das über...

23. Juli 2026
Der Zugang zur Wildnis beginnt hier nicht mit Pathos, sondern mit einem Übergang. Wir fuhren mit einem kleinen Bus etwa 40 Minuten von der steirischen Gemeinde Wildalpen über schmale Straßen, dann weiter über die Landesgrenze nach Niederösterreich. Hinter einem abgesperrten Gatter begann der geschützte Bereich des Wildnisgebiets. Zunächst ging es noch auf Forststraßen weiter, die zwischen Wirtschaftswald und Schutzgebiet lagen, später zu Fuß auf immer schmaler werdenden Wegen, bis sie...

18. Juli 2026
Leipzig lässt sich als verdichtete Geschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts erfahren: als Industriestadt, als Schauplatz von Braunkohle, Umweltzerstörung und Bürgerprotest, als Ort der Friedlichen Revolution und als heutige Klimastadt mit neuen sozialen Spannungen. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Stadt im Rahmen der Reise mit der Grünen Bildungswerkstatt Niederösterreich so interessant und belohnt alle, die sich etwas mehr Zeit nehmen: Baukultur, politische Umbrüche und...

28. Juni 2026
Wem gehört die Ruhe am Almsee?

21. Juni 2026
Wer heute nach Matera reist, bewegt sich fast zwangsläufig durch die Sassi – jenes spektakuläre Wohnhöhlenystem, das längst zum Symbol für kulturelle Wiederentdeckung geworden ist. Doch ein wesentlicher Teil der Stadtgeschichte liegt abseits dieser Kulisse. Nur wenige Gehminuten entfernt entstand mit Spine Bianche ein Viertel, das eng mit der radikalsten sozialen Transformation Materas verbunden ist: der Zwangsumsiedlung von Tausenden Menschen aus den Sassi in der Nachkriegszeit. Wer...

21. Juni 2026
In Rotondella, einem Hügeldorf über dem Ionischen Meer, war es nachts still – so still, dass man früh aufwacht, ohne zu wissen warum. In Matera, wo wir in der Casa Santa Anna am Burghügel übernachtet haben, war das nicht so. Zwei Orte, zehn Tage, eine Reise durch eine Region, die gleichzeitig UNESCO-Welterbe und strukturelles Schlusslicht des italienischen Südens ist. Was die Basilikata zusammenhält, ist keine touristische Erzählung, sondern eine offene Rechnung: Abwanderung,...

04. Juni 2026
Am Abend eines Feiertags kommen wir mit dem Zug in Eisenhüttenstadt an. Der Bahnhof ist fast leer, kein Taxi wartet, kein öffentlicher Bus fährt mehr. Also gehen wir zu Fuß los, die breite Hauptstraße hinunter, etwa eine halbe Stunde bis zum Hotel. Der Weg führt durch eine Stadtform, die zugleich großzügig und merkwürdig still ist. An den ersten höheren Wohnblöcken, entlang der sorgfältig gepflegten Grünstreifen, begegnen wir kaum jemandem. Schon dieser erste Gang gibt uns einen...

07. Mai 2026
Wenn wir nach Kroatien reisen, denken viele von uns zuerst an die Küste: Dubrovnik, Split, die Inseln. Osijek – kroatisch Osijek, historisch Essegg – liegt dagegen weit im Osten an der Drau, im fruchtbaren Dreieck von Slawonien und Baranja. Für unsere Baranja‑Reise ist die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum auf kroatischer Seite, in dem sich zeigt, wie sich eine „Randregion“ politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich neu erfindet. Politischer Rahmen: Zentrum im...

06. Mai 2026
Wir erleben die ungarisch Baranya als eine Region, in der Grenzen durchlässiger werden: Zwischen Pécs und den sanften Hügeln Richtung Siklós und Villánykövesd gehen Stadt, Weinlandschaft und Dörfer der ungarndeutschen Minderheit ineinander über. Was auf der Karte nach Provinz aussieht, entpuppt sich vor Ort als feines Geflecht aus Kulturgeschichte, Alltagsleben und stiller Lebenslust. Wenn wir vom mediterran wirkenden Stadtklima Pécs' hinauf zu den Aussichtspunkten im Mecsek gehen und...

16. April 2026
Olmütz liegt im geografischen und historischen Herzen Mährens und bleibt dennoch eine der am wenigsten besuchten Städte von europäischem Rang. Während Prag jährlich 8 Millionen Besucher*innen verzeichnet, zählte die Region Olmütz 2023 etwa 750.000 Übernachtungen, davon nur 137.000 von ausländischen Gästen. Unsere Reise Ende März 2026 bestätigte diese Statistik eindrucksvoll: In der Karwoche trafen wir fast ausschließlich auf österreichische Besucher*innen – internationale...

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